Auswanderung auf Zeit - wie lange als Familie in Singapur bleiben?
Du überlegst für eine zeitlang ins Ausland zu gehen? Oder du steckst schon mitten in den Vertragsverhandlungen mit deinem Arbeitgeber auf dem Weg nach Singapur? Dann ließ hier weiter.
Du fragst dich vielleicht gerade, für welchen Zeitraum ergibt der ganze Aufwand überhaupt Sinn? Oder - Wie machen das die anderen? Dazu habe ich dir hier ein paar Informationen zusammen getragen.
Ich muss dir gleich zu Beginn etwas gestehen… Als ich mich das erste Mal mit dem Thema Auswanderung auf Zeit auseinander gesetzt habe, dachte ich mir: “Ja super, das machen wir dann mal für ein Jahr”.
Zu dem Zeitpunkt hatte ich keinerlei Ahnung davon, was es wirklich bedeutet diesen Schritt zu gehen, vor allem mit einer Familie.
Ich habe mich dann mit vielen Menschen unterhalten, die diese Erfahrung bereits gemacht hatten und ließ mich schnell davon überzeugen, dass ein Jahr definitiv viel zu schnell vorbei geht.
Heute bin ich sehr glücklich darüber, dass wir uns direkt zu einem 3-Jahresvertrag verpflichtet haben. Später erzähle ich dir gern mehr davon.
Das Leben für Familien in Singapur klingt vielversprechend - sauber, sicher und effizient. Doch wie lange bleiben Expats tatsächlich hier? Und welche Faktoren beeinflussen ihre Aufenthaltsdauer?
Dann lass uns doch mal gemeinsam tiefer in das Thema rein schauen.
Ich verrate dir gern, wo es den besten und kostengünstigsten Blick vom Marina Bay Sands in Singapur gibt.
Wie lange bleiben Expats in Singapur?
Die meisten (deutschsprachigen) Familien kommen mit einem klaren Zeitrahmen nach Singapur.
Typischerweise sind das zwischen 3 und 5 Jahren. Das entspricht oft der Dauer eines dafür vereinbarten Arbeitsvertrages oder eines bewusst gewählten Lebensabschnittes im Ausland.
Manche verlassen Singapur aber auch schon nach zwei Jahren oder sogar früher, andere bleiben zehn Jahre oder mehr. Ich habe schon aus allen Kategorien Menschen kennengelernt.
Der Unterschied liegt oft darin, wie gut das Ankommen vor Ort gelingt. Wie gut läuft die Eingewöhnung und Integration? Gefällt es auch den Kindern und finden sie schnell Anschluss? Wie zufrieden sind beide Elternteile im Job und im jeweiligen Alltag?
Ein weiterer Faktor ist, wie wohl sich alle in der neuen Umgebung fühlen und wie sehr Familie und Freunde, die man zu Hause zurücklassen musste, vermisst werden.
Viele Großeltern und Reiselustige nutzen die Gelegenheit gern Singapur und die Umgebung ebenfalls für sich zu erkunden und verbinden das mit einem längeren Besuch bei den Auswanderern.
Wir hatten bisher das große Glück richtig viele Besucher aus der Heimat zu empfangen. So ist das Heimweh bisher noch nie wirklich groß genug geworden.
Andere Omas und Opas wollen oder können den weiten Weg aber vielleicht nicht mehr auf sich nehmen. Zudem ist es auch eine preisliche Frage, ob man sich einen Urlaub in der Metropole Singapur leisten kann.
Einflussfaktor Schule
Für viele Familien ist die Wahl der richtigen Schule ein zentrales Thema.
Die German European School Singapore (GESS) bietet deutsch- und englischsprachige Bildung mit verschiedenen Abschlussoptionen wie einem mittleren Reifegrad, dem Abitur oder dem International Baccalaureate (IB) an.
Das erleichtert den Kindern nicht nur den Start in Singapur, sondern später auch die Rückkehr nach Deutschland.
Wir sind unglaublich zufrieden mit und an der GESS. Die Community, welche die Schule gleich mitliefert, ist wirklich großartig und bereichernd.
Von der Schulbildung und den Möglichkeiten, die die Kinder zur Entfaltung haben, könnte ich gleich ins Schwärmen kommen, aber das besprechen wir nochmals an anderer Stelle.
Dennoch überlegen sich viele Eltern genau, wann der richtige Zeitpunkt ist, um ins deutsche Schulsystem zurück zu kehren. Besonders, wenn Kinder in sensible Schulphasen, zB den Übergang zur weiterführenden Schule kommen.
Es kann natürlich zur Herausforderung werden, genau diesen Zeitpunkt mit dem laufenden Arbeitsvertrag oder den Belangen weiterer Familienmitglieder zu harmonisieren.
Neben der German European School gibt es eine Vielzahl an weiteren, renommierten Schulen. Diese kommen besonders für Expats in Frage, für die Singapur nur eine Zwischenstation für einen weiteren Auslandsaufenthalt ist.
An diesen Schulen können entsprechend internationale Abschlüsse erworben werden. Besonders beliebt bei Ausländern sind zB die UWC, Tanglin Trust School oder auch die Singapore American School.
Kann der mitgereiste Partner Teil der Arbeitswelt werden?
Oft ist die Aufenthalts- und somit auch Arbeitsgenehmigung des mitgereisten Partners an den (Ehe)partner gekoppelt. Heutzutage ist es für europäische Ausländer schwierig geworden einen Job in Singapur zu finden.
Ich möchte dir damit jedoch nicht direkt die Hoffnung auf deinen Traumjob in Singapur nehmen. Es gibt auch immer wieder Beispiele, wo dies gelingt.
Insbesondere immer noch Mütter, aber auch mehr und mehr mitgereiste Väter fühlen sich gerade zu Beginn sozial isoliert. Meistens ebenso top ausgebildet, herausgerissen aus einem stabilen Arbeitsumfeld und plötzlich vor der Frage: “Wie gestalte ich hier eigentlich meinen Alltag”?
Umso wichtiger ist es, über eine Community, beispielsweise die deutsche Schule, oder Sportvereine sozialen Anschluss für alle zu finden. Ich werde dazu noch einen ausführlichen Blogbeitrag verfassen.
Langfristig allerdings bleibt das Problem bestehen, dass beide Partner gern einer sinnstiftenden Tätigkeit nachgehen und zum Familieneinkommen beitragen möchten.
Kann das dauerhaft nicht gelöst werden, ist das oft der Moment, wo sich die Familie dafür entscheidet Singapur wieder zu verlassen.
Wo bin ich jetzt zu Hause versus Heimatgefühl
So hoch die Lebensqualität in Singapur auch ist, die Unterschiede zu Deutschland sind enorm und so wird es sich wahrscheinlich nie ganz wie ein neues zu Hause anfühlen.
Das tropische Klima macht zum Beispiel Einigen zu schaffen, hinzu kommen die fehlenden Jahreszeiten, welche die meisten Expats früher oder später vermissen.
Ich für meinen Teil liebe das Singapurer Wetter. Und spätestens im deutschen Herbst liebe ich die Sonne und Wärme in Singapur umso mehr.
Nämlich dann, wenn beim Facetime-Call mit der Familie nur noch graue Hintergründe und blasse Gesichter, die vor der nächsten Erkältungswelle stehen, zu sehen sind.
Die kulturellen Unterschiede zum Heimatland sind groß und auch wenn einige Traditionen sogar in Singapur fortgeführt werden können, so vermissen Viele doch irgendwann das Bekannte von Daheim.
Für mich und meine Familie ist es eine große Bereicherung so viele unterschiedliche Menschen und Kulturen in ihrem Alltag kennenlernen zu dürfen.
Bisher nehmen wir es dafür gerne in Kauf, die ein oder andere eigene Tradition irgendwann später wieder so aufzunehmen, wie wir es gewohnt sind.
Besonders groß ist der Einfluss der chinesischen Kultur. Und so freuen wir uns schon jedes Jahr auf das chinesische Neujahrsfest. Die wunderschöne Dekoration, die anstehenden Feierlichkeiten und die damit verbundenen Einladungen von singapurischen Freunden.
Sogar in Sachen deutsche Lebensmittel ist Singapur ganz gut aufgestellt. Es gibt einen deutschen Supermarkt, tolle Bäcker und auch beim Schweizer Fleischer kann man eine große Auswahl bekannter Waren einkaufen.
Einige Lebensmittelläden haben ihr Sortiment in bestimmten Filialen direkt auf die deutsche Community abgestimmt.
Meine Familie hat bisher wenig aus Deutschland vermisst. Damit du dich auch in dieser Hinsicht richtig gut aufgehoben fühlst, teile ich gern meine Lieblingsläden mit dir.
Spargel Essen im Paulaner Brauhaus, Oktoberfest feiern im Swiss Club - Singapur macht es uns Deutschsprachigen auch da wirklich leicht, uns wohlzufühlen.
Weitere Gründe für einen Rückzug
Wenn der vereinbarte Zeitraum des Auslandseinsatzes endet oder keine langfristige berufliche Perspektive in Singapur besteht, ist eine Rückkehr oder Weiterreise die logische Konsequenz.
Die meisten Expats leben mit einem temporären Visum, das an die Arbeitsstelle gebunden ist. Für die überwiegende Mehrheit gibt es inzwischen keine langfristige Einwanderungsperspektive mehr.
Somit besteht eine permanente Unsicherheit, wie lange man tatsächlich bleiben kann. Das führt irgendwann dazu von selbst den Rückzug anzutreten. Besonders wenn Kinder im Spiel sind.
Auch wenn die Expat-Gehälter attraktiv sind. Bei einem längeren Aufenthalt und ggf Umstellung auf lokale Verträge, bemerken Viele erst, wie teuer das Leben als Familie in Singapur tatsächlich ist.
Besonders Schulkosten, Miete und die medizinische Versorgung sind hier hohe Posten. Wenn sich das Gehalt nicht weiterentwickelt oder nur ein Einkommen vorhanden ist, kann das auf Dauer schwierig werden.
Fazit: Die Expat-Zeit ist begrenzt
Leider hat bei den Meisten auch die schönste Zeit mal ein Ende. Das können ganz unterschiedliche Gründe wie fehlender Anschlussvertrag, Heimweh oder die berufliche Perspektive des mitgereisten Elternteils sein.
Dennoch kenne ich einige Familie, die schon sehr lange in Singapur sind und wo bisher auch kein Ende der Zeit in Sicht ist.
Letztlich muss jede Familie für sich den besten Weg finden, so dass alle einen glücklichen Alltag leben.
Gern tausche ich mich mit dir zu deinen Gedanken zum Thema “Wie lange in Singapur bleiben” aus. So kannst du zumindest mal mit einer Idee und einem Plan für die Zeit hier starten, bevor euch irgendwann das Leben einen anderen Weg weist.
Zusammengefasst liegt die klassische Expat-Zeit zwischen 3 und 5 Jahren. Doch wie lange man wirklich bleibt, hängt nicht nur vom Arbeitsvertrag, sondern auch davon ab, wie gut man als Familie, Eltern und Mensch in Singapur ankommt.
Manche kehren bewusst früher zurück, andere verlängern ihren Aufenthalt, weil sie sich ein echtes Leben hier aufgebaut haben. Wichtig ist, regelmäßig die Bedürfnisse der Familie ehrlich anzuschauen und neu zu bewerten.

